Samstag, 31. März 2012

Selbst gemacht: Vanillezucker

In meiner Küche verwende ich viel und oftmals Vanillezucker.
Nicht nur in Gebäck,Kuchen oder Desserts, sondern auch in Soßen, Salat Dressings, Suppen, oder in Heißgetränken.
Allerdings habe ich schon seit vielen Jahren keinen Vanillezucker mehr gekauft. Ich stelle ihn selbst her.

Was viele umgangssprachlich als Vanillezucker bezeichnen, ist in Wirklichkeit Vanillinzucker.
Der Unterschied von Vanille zu Vanillin ist den meisten Menschen gar nicht bekannt.
Die ECHTE VANILLE ist eine Pflanze, eine Orchidee um genau zu sein, deren Frucht die grüne Vanillestange ist, welche durch trocknen und fermentieren zu jenen schwärzlichen Stangen wird wie wir sie kennen.
VANILLIN dagegen ist ein künstlich hergestellter Aromastoff, welcher einst zufällig als Abfallprodukt in der Holzindustrie entdeckt wurde.
Vanillinzucker ist nichts weiters, als ein wenig Zucker welcher mit diesem Aromastoff versetzt wurde.

Chemisch betrachtet enthält Vanillin gerade mal 7 chemische Stoffe.
Die echte Vanille kann dagegen mit weit über 100 Stoffen aufwarten, wovon die meisten bis heute nicht chemisch analysiert werden konnten.

Vanille Zucker

Die Herstellung von eigenem, echten Vanillezucker ist eigentlich ganz einfach.
Man benötigt lediglich Zucker, Vanillestangen, und eine luftdichte Dose (z.B. Eidgenossen von Tupperware.)
Die einfachste Variante ist, Zucker zusammen mit Vanille in einen Behälter zu geben, und diesen mindestens drei bis vier Wochen stehen zu lassen. Der Zucker nimmt in dieser Zeit das Aroma der Vanille in sich auf, und man erhält aromatisierten Zucker. Die Vanilleschote kann man anschließend ganz problemlos weiter verwenden.

Etwas aufwendiger ist dagegen meine Variante der Vanillezucker Herstellung:

Mit einem scharfen Messer wird die Vanillestange längs halbiert.
Dann kratzt man das Vanillemark mit dem Messerrücken oder einem Löffel heraus.

Vanille Zucker

Danach gibt man die leeren Schote und das ausgekratze Mark in eine Schüssel mit etwas Zucker. Den Zucker mit Hilfe des Löffels gründlich über die Schote reiben, denn es bleibt immer ein Rest Mark zurück.

Vanille Zucker

Das Mark, ebenfalls mit Hilfe des Löffels, gleichmäßig in dem Zucker verreiben, bis sich die Kügelchen gut verteilt haben. Im Idealfall sieht das dann ungefähr so aus:

Vanille Zucker

Diesen Zucker füllt man nun zusammen mit den leeren Schoten in einen luftdichten Behälter und lässt es einige Tage ziehen. Zum verreiben benötigt man nur wenig Zucker, den Behälter kann man jedoch mit normalem Zucker auffüllen bis dieser gefüllt ist. Durch kräftiges Schütteln der verschlossenen Dose verteilen sich die Vanillekügelchen dann gleichmäßig im gesamten Inhalt.

Vanille Zucker

Als groben Richtwert sagt man, 1 Vanilleschote für 500g Zucker.
Ich verwende einen Eidgenossen der Größe 3, 1,7l Inhalt für meinen Vanilliezucker. Dort passen etwa 1300g Zucker hinein. Und ich gebe 3 Vanilleschoten in die Menge. Je nach dem wie Intensiv man seinen "persönlichen" Zucker haben möchte, verwendet man weniger oder mehr Zucker pro Vanilleschote.
Auch die Qualität der Vanilleschote ist entscheidend. Teuer bedeutet hierbei nicht unbedingt besser!
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die meisten hochpreisigen Vanilleschoten aus Supermarkt Gewürzregalen qualitativ den geforderten Preis nicht rechtfertigen. Meine Vanilleschoten kaufe ich deshalb ausschließlich bei einem bestimmtem Gewürzhändler, dem ich bereits seit Jahren treu bin!

Den Vanillezucker kann man, rein theoretisch, unbegrenzt lagern. Je länger der Zucker steht, um so intensiver wird das Aroma. Rein faktisch jedoch fülle ich meine Dose 4 bis 5 mal im Jahr neu auf!

Vanille Zucker

Anektdote am Rande:
Ich wurde einmal gefragt, warum denn mein Vanillezucker so "dreckig" wäre.

Wen die Fasern des Vanillemarks stören, der kann sie aussieben. Ich mache dies meist nicht. Bei mir bleibt alles in der Dose, so wie es ist, bis die Dose geleert ist.
Die Vanilleschoten werden durch den Zucker nach einer Weile steinhart und sehr trocken. Der Zucker hingegen beginnt schon mal zu klumpen, da er die Feuchtigkeit aufnimmt.
Den Zucker kann man einfach schütteln oder sieben, und ganz normal weiter verwenden.
Die getrockneten leeren Schoten jedoch lagere ich, nachdem der Zucker verbraucht wurde, in einer weiteren Tupperdose. Selbst die ausgekratzten Schoten, die wochenlang im Zucker gelegen haben, enthalten noch sehr viel Vanillearoma. Ich verwende sie wie frisch gekaufte Vanilleschoten zum Kochen von Marmelade oder Kompott, versenke sie stückchenweise in Heißgetränken, oder lasse zur Weihnachtszeit das Zimmer damit beduften.

Vanille

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Kommentare:

  1. Danke für den aufschlussreichen Post ... werde ich selbstverständlich ausprobieren, weil bei mir ja immer irgendwas gebacken wird ...

    LG
    Nicki

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    1. Wahrscheinlich wirst Du nie wieder was anderes verwenden! ;-)

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  2. Hi - ich kauf die Schoten auch immer online - da bekomm ich Qualitäten, die Lichtjahre besser sind als das teilweise dörre Zeug im Supermarkt und preislich für einen Bruchteil dessen, was man für die Schoten im Supermarkt bezahlt. Dann verwendet man die Vanille auch nicht ganz so homöopathisch, sondern greift großzügig zu. - Wendy

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    1. Ich bin meinem Händler so was von treu, daß ich bisher nicht mal dran gedacht habe, es könnte Vanille im Internet geben. Oops!

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